Wie funktionieren smarte Industrieanlagen?

Wie funktionieren smarte Industrieanlagen?

Inhaltsangabe

Moderne Fertigung verändert sich rapide. Die Frage «Wie funktionieren smarte Industrieanlagen?» betrifft heute nicht nur Großkonzerne wie Siemens oder Bosch, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen im deutschen Mittelstand.

Smarte Industrieanlagen verbinden Sensorik, Aktorik, Datenverarbeitung, Vernetzung und Algorithmen. Diese Systeme ermöglichen eine intelligentere Produktion, indem sie Entscheidungen unterstützen, Prozesse selbstständig anpassen und Ausfallzeiten reduzieren.

Im Kontext von Industrie 4.0 und Plattform Industrie 4.0 stehen vernetzte Anlagen im Zentrum einer smarte Fabrik. Vernetzte Anlagen liefern Echtzeitdaten, die Qualität, Energieverbrauch und Durchsatz messbar verbessern.

Der Nutzen ist klar: höhere Produktivität, geringere Ausfallzeiten, Energieeinsparung und präzisere Qualitätskontrollen. Dieser Artikel erklärt die Schlüsseltechnologien, die Implementierung in bestehende Anlagen sowie Sicherheits- und Datenschutzaspekte.

Er richtet sich an Entscheider in Einkauf, Produktion und IT, die verstehen wollen, wie intelligente Produktion praktisch funktioniert und welche Schritte zur Nachrüstung nötig sind.

Wie funktionieren smarte Industrieanlagen?

Die Funktionsweise smarter Anlagen beruht auf klaren Prinzipien: modulare Bauweise, Selbstüberwachung und datengetriebene Entscheidungen. Rohdaten werden erfasst, lokal oder in der Cloud verarbeitet und führen zu konkreten Steuerbefehlen. Dieser Kreislauf aus Datensammlung, Analyse und Anpassung erlaubt kontinuierliche Verbesserung.

Grundprinzipien intelligenter Anlagen

Intelligente Systeme sind modular aufgebaut. Module lassen sich unabhängig austauschen und nachrüsten. Sensoren liefern kontinuierliche Messwerte, die Software wandelt diese in Informationen um. Entscheider oder automatisierte Logiken erzeugen daraus Handlungen, die die Produktion anpassen.

Adaptivität und Selbstüberwachung reduzieren manuelle Eingriffe. Durch Messung, Analyse und Optimierung entsteht ein stabiler Regelkreis. Hersteller wie Siemens unterstützen solche Architekturen mit robusten Komponenten und Integrationslösungen.

Rolle von Sensorik und Aktorik

Sensoren Industrie decken ein breites Spektrum ab: Vibrations-, Temperatur- und Drucksensoren, Durchflussmessgeräte sowie Bildverarbeitungskameras. Messfrequenz, Kalibrierung und Genauigkeit entscheiden über den Nutzen der Daten.

Aktoren Fertigung setzen Entscheidungen physisch um. Motoren, Ventile, Schrittmotoren und Greifer verändern Bewegungen oder Prozesse nach Steuerbefehlen. In einer geschlossenen Regelung bilden Sensoren und Aktoren eine Echtzeit-Feedback-Schleife.

Bekannte Lieferanten wie Bosch Rexroth und Endress+Hauser bieten geprüfte Sensor- und Aktorlösungen. Solche Komponenten sorgen für Präzision und Verfügbarkeit in rauen Produktionsumgebungen.

Kommunikationsprotokolle und Vernetzung

Industrielle Vernetzung verlangt interoperable Protokolle. Protokolle OPC UA ermöglichen semantische Datenbeschreibungen, MQTT dient für leichte Telemetrie. Feldbusse wie PROFINET und EtherCAT liefern deterministische Kommunikation.

Netzwerktopologien reichen von Feldbusstrukturen über industrielle Ethernet-Netze bis zu drahtlosen Lösungen wie 5G oder LoRaWAN. Gateways und Edge-Schichten aggregieren Daten, filtern sie und führen Vorverarbeitung aus, bevor Informationen an MES oder Cloud weitergereicht werden.

Interoperabilität, geringe Latenz und Robustheit sind entscheidend. Die Kombination aus geeigneten Protokollen und zuverlässiger Hardware bildet das Rückgrat moderner Fabriken.

Schlüsseltechnologien in smarten Industrieanlagen

Smarte Industrieanlagen basieren auf einer Kombination aus vernetzten Geräten, datengetriebenen Algorithmen und skalierbarer Rechenleistung. Diese Technologien wirken zusammen, um Prozesse zu überwachen, Entscheidungen zu treffen und Abläufe in Echtzeit anzupassen.

Internet der Dinge in der Fertigung

IoT-Plattformen wie Siemens MindSphere, PTC ThingWorx und Microsoft Azure IoT sammeln Sensordaten und verwalten Geräte. Device Management, Telemetrie und Over‑the‑Air Updates sorgen für stabile Feldprozesse.

In der Praxis ermöglicht IoT Fertigung die Zustandsüberwachung von Maschinen und das Asset‑Tracking. Digital Twins unterstützen Simulationen, während vernetzte Qualitätskontrollen Ausschuss reduzieren.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen

Industrielle KI ergänzt IoT mit Analyse- und Prognosefähigkeiten. Anomalieerkennung und Predictive Maintenance reduzieren ungeplante Stillstände.

Für maschinelles Lernen Industrie sind große, gut gepflegte Datensätze nötig. Modelle reichen von Zeitreihenanalysen bis zu Deep Learning für Bild- und Signalverarbeitung.

Automobilzulieferer und Maschinenbauer nutzen industrielle KI zur Optimierung von Prozessen und zur automatischen Qualitätsprüfung per Bildverarbeitung.

Edge-Computing versus Cloud-Computing

Edge-Computing verarbeitet Daten lokal, um Latenz zu reduzieren und Bandbreite zu sparen. Es eignet sich für Closed‑Loop-Steuerungen und Echtzeitanalysen.

Cloud Manufacturing liefert skalierbare Rechenleistung für Big‑Data-Analysen und modellbasiertes Training. Hybride Architekturen verbinden beide Welten.

Sicherheits- und Datenschutzanforderungen beeinflussen, welche Daten am Edge bleiben und welche in die Cloud wandern. So entsteht ein balancierter Datenfluss für Betrieb und Analyse.

Vorteile für Effizienz und Produktivität

Smarte Anlagen bringen greifbare Vorteile für Fertigungsbetriebe. Sie steigern die Auslastung, reduzieren Kosten und schaffen Transparenz in allen Produktionsstufen. Solche Effekte zeigen sich sowohl in kurzfristigen Kennzahlen als auch in langfristigen Investitionsrechnungen.

Reduzierung von Ausfallzeiten durch vorausschauende Wartung

Predictive Maintenance analysiert Vibration, Temperatur und Stromaufnahme, um Verschleißmuster frühzeitig zu erkennen. Techniker planen Eingriffe bedarfsorientiert statt nach starren Intervallen. Das senkt ungeplante Stillstände und reduziert Ersatzteillagerkosten.

Unternehmen wie Siemens und Bosch berichten von deutlich höherer Anlagenverfügbarkeit nach Einführung solcher Systeme. Wirtschaftlich zeigt sich das in besseren ROI- und TCO-Werten, die Wartungskosten und Produktionsausfälle berücksichtigt.

Optimierte Produktionsprozesse und Durchsatzsteigerung

Prozessdatenanalyse deckt Engpässe auf und hilft bei der Feinabstimmung von Losgrößen, Rüstzeiten und Materialflüssen. Adaptive Scheduling passt Abläufe in Echtzeit an und reduziert Leerlauf.

Mit Advanced Process Control lassen sich OEE und Taktzeit in Dashboards visualisieren. Maschinenparameter werden automatisch angepasst, was Ausschussquote senkt und den Durchsatz erhöht. Solche Maßnahmen fördern die Produktionsoptimierung auf Linien- und Werksebene.

Energieeinsparung und Ressourceneffizienz

Energiemanagementsysteme überwachen Verbrauch pro Maschine oder Produktionslinie. Lastspitzenmanagement und optimierte Betriebszeiten führen zu messbaren Einsparungen. Damit steigt die Energieeffizienz Industrie weit über einzelne Maßnahmen hinaus.

Die Kombination aus intelligenter Steuerung und Integration erneuerbarer Quellen erlaubt Lastverschiebung und sinkende Energiekosten. Kennzahlen wie Energieverbrauch pro Stück und CO2-Fußabdruck-Reduktion unterstützen Nachhaltigkeitsziele und regulatorische Vorgaben.

  • Höhere Anlagenverfügbarkeit durch Predictive Maintenance
  • Gezielte Produktionsoptimierung zur Durchsatzsteigerung
  • Verbesserte Energieeffizienz Industrie und geringere Betriebskosten

Implementierung und Integration in bestehende Anlagen

Die praktische Umstellung auf vernetzte Produktion beginnt mit einer klaren Analyse des Ist-Zustands. Eine gründliche Bestandsaufnahme erfasst Maschinen, SPS, vorhandene Sensorik und die Kommunikationsinfrastruktur. Ergänzend prüft das Team die Datenqualität, Signalstärke und die Sicherheitslage, um eine belastbare Machbarkeitsstudie Industrie 4.0 zu erstellen.

Analyse des Ist‑Zustands und Machbarkeitsprüfung

Erfahrene Ingenieure und IT‑Spezialisten legen gemeinsam mit Produktion, Instandhaltung und Einkauf Ziele fest. Kosten‑Nutzen‑Rechnungen und Risikoanalysen zeigen, ob eine Implementierung smarte Anlagen wirtschaftlich ist. Die Machbarkeitsstudie Industrie 4.0 definiert messbare KPIs, wie etwa die Reduktion von Ausfallzeiten.

Schritte zur schrittweisen Nachrüstung

  • Priorisierung nach Quick Wins: Pilotprojekte an kritischen Maschinen starten.
  • Hardware‑Retrofit: Zusätzliche Sensoren und Gateways installieren für Retrofit Industrieanlagen.
  • Softwareintegration: Edge‑Devices an IoT‑Plattformen anbinden, Datenpipelines aufbauen.
  • Change Management: Schulungen für Bedienpersonal und Instandhaltung durchführen.
  • Skalierung: Erfolgreiche Piloten auf weitere Linien und Standorte ausrollen.

Schnittstellen zu ERP, MES und SCADA

Ein stabiler Datenfluss verbindet Sensor → Edge → MES für Produktionssteuerung → ERP für Planung und Materialwirtschaft. SCADA bleibt die Ebene für Prozessvisualisierung und direkte Steuerung. Die Integration ERP MES SCADA gelingt am besten über etablierte Standards wie OPC UA, REST‑APIs und Webservices.

Bekannte Anbieter wie SAP für ERP/MES‑Integrationen und Siemens mit SIMATIC für SCADA bieten oft vorgefertigte Schnittstellen. Rockwell Automation stellt zusätzliche Komponenten zur Verbindung von Maschinenebene und IT bereit. Bei Retrofit Industrieanlagen ist Middleware hilfreich, um heterogene Systeme kompatibel zu machen.

Projektteams empfehlen, schrittweise vorzugehen, Pilotdaten regelmäßig zu prüfen und die Integration ERP MES SCADA iterativ zu erweitern. Für weiterführende Praxisbeispiele und Ideen zur Integration von KI in Fertigungssysteme kann dieser Beitrag nützlich sein: Integration von KI in bestehende Systeme.

Sicherheits- und Datenschutzaspekte

Vernetzte Industrieanlagen verlangen einen klaren Fahrplan für Sicherheit und Datenschutz. Firmen sollten technische Maßnahmen, organisatorische Regeln und Compliance-Anforderungen verzahnen, um Sicherheit smarte Anlagen und Betriebsabläufe zu schützen.

Cybersicherheitsanforderungen für vernetzte Systeme

Bei der Absicherung ist eine Trennung von IT und OT weiterhin sinnvoll. Zugleich wächst die Bedeutung der IT/OT-Konvergenz Sicherheit, damit Daten sicher zwischen Ebenen fließen können.

Gängige Maßnahmen umfassen Firewalls, DMZs, Network Segmentation, starke Authentifizierung und Verschlüsselung per TLS oder IPsec. Regelmäßige Patches und sichere Firmware‑Updates minimieren Schwachstellen.

Branchenstandards wie IEC 62443 und Empfehlungen des BSI bilden die Grundlage für ein robustes OT Security-Programm. Intrusion-Detection-Systeme und Backup-Strategien helfen bei Erkennung und Reaktion auf Vorfälle.

Datenschutz und industrielle Datenhoheit

Datenschutz Industrie betrifft personenbezogene Daten aus Mitarbeiter- oder Zugriffssystemen. Für solche Daten gelten die Regeln der DSGVO Industrie, etwa Informationspflichten und Rechte von Betroffenen.

Produktionsdaten fallen häufig unter Betriebs- und Geschäftsgeheimnis. Data Governance legt Verantwortliche, Datenklassifikation und Zugriffskontrollen fest.

Bei Cloud-Nutzung sind vertragliche Regelungen wichtig. Standort des Rechenzentrums, Verschlüsselung in Ruhe und beim Transport sowie Nachweise zur Datenverarbeitung sichern die Datenhoheit.

Regulatorische Anforderungen in Deutschland

Deutsche Vorgaben kombinieren nationale Gesetze, Maschinenrichtlinien und BSI-Empfehlungen. Unternehmen sollten Prüfungen, Audits und Zertifizierungen in ihre Projekte einplanen.

Förderprogramme und Leitfäden von Plattform Industrie 4.0 und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützen digitale Projekte, besonders bei KMU.

Audit- und Compliance-Checklisten helfen bei der Auswahl von Lieferanten und bei der Umsetzung. Ein klarer Nachweis der Konformität reduziert Betriebsrisiken und stärkt Vertrauen in OT Security und Datenschutz Industrie.

Bewertung von Produkten und Anbieterwahl

Bei der Wahl eines Partners sollten Unternehmen klar definierte Kriterien verwenden, um Anbieter smarte Anlagen bewerten zu können. Funktionalität heißt: Unterstützung gängiger Protokolle wie OPC UA und MQTT, Skalierbarkeit, Echtzeitfähigkeit sowie Analytics-Funktionen und Konnektoren zu ERP, MES und SCADA. Ebenso wichtig sind verlässliche Referenzen und lokaler Support in Deutschland, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Sicherheits- und Compliance-Level sind prüfentscheidend. Anbieter müssen IEC 62443-Anforderungen und DSGVO‑Konformität transparent nachweisen. Vertragliche Absicherungen wie SLA, Wartungsvereinbarungen, Datenhoheit und Exit‑Strategien minimieren Risiko. Eine strukturierte Bewertungsmatrix mit Gewichtung für Kosten, Sicherheit, Funktionalität und Support erleichtert den Vergleich im IoT-Plattform Vergleich.

Das Vorgehen bei der Auswahl beginnt mit klaren Ausschreibungskriterien und Migrationspfaden. Proof of Concept (PoC) validiert Funktionalität, KPIs und Nutzerakzeptanz. Retrofit Anbieter Industrie und Predictive Maintenance Anbieter sollten in Pilotprojekten ihre Praxistauglichkeit demonstrieren, bevor großflächig skaliert wird.

Ökosystem und Kostenrechnung sind für die Wirtschaftlichkeit zentral. Lizenzmodelle, Gesamtkosten für Hardware, Integration und Schulung sowie erwarteter ROI entscheiden. Marktanbieter wie Siemens MindSphere, PTC ThingWorx oder Microsoft Azure IoT bieten verschiedene Stärken bei Integration und Skalierbarkeit; spezialisierte Predictive Maintenance Anbieter bieten oft branchenspezifische Lösungen. Deutsche Firmen sollten zudem lokale Systemintegratoren einbeziehen und können weiterführende Informationen über den Einfluss von KI in der Fertigung bei dieser Quelle finden: KI und Fertigungsindustrie.

FAQ

Wie funktionieren smarte Industrieanlagen und warum sind sie wichtig?

Smarte Industrieanlagen kombinieren Sensorik, Aktorik, Datenverarbeitung, Vernetzung und Algorithmen. Sie erfassen Rohdaten, verarbeiten diese lokal oder in der Cloud, treffen datengetriebene Entscheidungen und setzen sie durch Aktoren um. In Deutschland treiben Initiativen wie Industrie 4.0 und Plattform Industrie 4.0 die Verbreitung voran. Für den Mittelstand bedeutet das höhere Produktivität, weniger Ausfallzeiten, Energieeinsparung und verbesserte Qualitätskontrolle — Vorteile, die Fertigung und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verändern.

Was sind die Grundprinzipien intelligenter Anlagen?

Intelligente Anlagen basieren auf Modularität, Selbstüberwachung, Adaptivität und kontinuierlicher Verbesserung. Der Datenfluss verläuft typischerweise von Datenerfassung über Datenverarbeitung bis zur Entscheidungslogik und Ausführung. Durch permanente Datensammlung und Analyse werden Prozesse laufend optimiert und Anpassungen implementiert, sodass die Anlage mit der Zeit produktiver und stabiler wird.

Welche Rolle spielen Sensorik und Aktorik in smarten Anlagen?

Sensoren wie Vibrations-, Temperatur-, Druck- oder Kamerasysteme liefern die Messwerte für Zustandserkennung und Qualitätsprüfung. Aktoren — Motoren, Ventile, Greifer — setzen Steuerbefehle in physische Aktionen um. Im Zusammenspiel entstehen geschlossene Regelkreise (Closed-Loop-Control), die Präzision und Stabilität sicherstellen. Hersteller wie Siemens, Bosch Rexroth und Endress+Hauser liefern häufig verwendete Komponenten.

Welche Kommunikationsprotokolle werden in der Industrie eingesetzt?

Übliche Protokolle sind OPC UA für semantische Interoperabilität, MQTT für leichte Telemetrie sowie PROFINET und EtherCAT für deterministische Feldbusse. Netzwerktopologien reichen von Feldbus über industrielles Ethernet bis zu drahtlosen Verbindungen wie Wi‑Fi, 5G oder LoRaWAN. Gateways und Edge-Schichten aggregieren und filtern Daten vor der Weiterleitung an MES oder Cloud-Systeme.

Wie wird das Internet der Dinge (IoT) in der Fertigung genutzt?

IoT-Plattformen sammeln Sensordaten, verwalten Geräte und bieten Schnittstellen zu Produktionssoftware. Funktionen wie Device Management, Telemetrie, Over‑the‑Air‑Updates und Asset‑Tracking sind zentral. Lösungen wie Siemens MindSphere, PTC ThingWorx oder Microsoft Azure IoT unterstützen Zustandsüberwachung, Digital Twins und vernetzte Qualitätskontrolle in der Praxis.

Wo wird Künstliche Intelligenz in smarten Anlagen eingesetzt?

KI und maschinelles Lernen dienen Anomalieerkennung, Predictive Maintenance, Prozessoptimierung und Bildbasierter Qualitätsprüfung. Methoden reichen von Zeitreihenanalyse bis zu Deep Learning. Voraussetzung sind große, hochwertige Datensätze, Feature Engineering und kontinuierliche Modellvalidierung, um zuverlässige Vorhersagen und Automatisierungen zu ermöglichen.

Wann ist Edge‑Computing sinnvoll und wann die Cloud?

Edge‑Computing eignet sich für niedrige Latenz, Bandbreitenreduzierung und Offline-Verfügbarkeit — etwa für Closed‑Loop‑Steuerungen. Cloud‑Computing bietet skalierbare Rechenleistung für Big‑Data‑Analysen und Modelltraining. Hybride Architekturen kombinieren beide Ansätze: Edge für Echtzeitaufgaben, Cloud für umfassende Analyse und langfristige Speicherung.

Wie reduziert Predictive Maintenance Ausfallzeiten?

Predictive Maintenance analysiert Muster in Vibration, Temperatur oder Stromaufnahme, erkennt Verschleiß frühzeitig und plant bedarfsgerechte Wartungen. Das führt zu weniger ungeplanten Stillständen, geringeren Ersatzteilkosten und höherer Anlagenverfügbarkeit sowie messbaren Verbesserungen bei ROI und Total Cost of Ownership.

Wie lassen sich bestehende Anlagen schrittweise nachrüsten?

Zuerst steht eine Ist‑Analyse: Inventarisierung von Maschinen, SPS, vorhandener Sensorik und IT‑Infrastruktur. Dann folgen Pilotprojekte an kritischen Stellen (Quick Wins), Hardware‑Nachrüstung mit Sensoren und Gateways, Integration in IoT‑Plattformen und Schulung des Personals. Nach erfolgreichen Piloten erfolgt Skalierung und Standardisierung von Hardware‑ und Software‑Stacks.

Welche Schnittstellen sind für Integration mit ERP, MES und SCADA wichtig?

Wichtige Integrationsebenen nutzen OPC UA für semantische Anbindung sowie REST‑APIs und Webservices für Geschäftssysteme. Der Datenfluss läuft typischerweise: Sensor → Edge → MES für Produktionssteuerung → ERP für Planung und Materialwirtschaft; SCADA übernimmt Prozessvisualisierung und Steuerung auf Kontrollebene. Anbieter wie SAP, Siemens oder Rockwell bieten passende Integrationslösungen.

Welche Cybersicherheitsmaßnahmen sind in vernetzten Produktionsumgebungen nötig?

Sicherheitsmaßnahmen umfassen Trennung und sichere Konvergenz von IT und OT, Network Segmentation, Firewalls, DMZs, starke Authentifizierung, Autorisierung und Verschlüsselung (TLS/IPsec). Regelmäßige Patches, sichere Firmware‑Updates, Intrusion Detection/Prevention und Incident‑Response‑Pläne sind ebenso wichtig. IEC 62443 und BSI‑Empfehlungen dienen als Leitlinien.

Wie wird Datenschutz und Datenhoheit in der Industrie sichergestellt?

Datenschutz betrifft besonders personenbezogene Daten nach DSGVO; Produktionsdaten fallen oft unter Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Data Governance regelt Verantwortlichkeiten, Datenklassifikation und Zugriffskontrollen. Bei Cloud‑Nutzung sind Vertragsgestaltung, Rechenzentrumsstandorte (EU), Verschlüsselung und klare Vereinbarungen zur Datenhoheit entscheidend.

Welche regulatorischen Vorgaben sind in Deutschland relevant?

Relevante Regelwerke umfassen nationale Vorgaben, die Maschinenrichtlinie, das Produktsicherheitsgesetz sowie Empfehlungen des BSI. Förderprogramme und Leitfäden von Plattform Industrie 4.0 und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützen KMU bei Digitalisierungsvorhaben und Compliance.

Nach welchen Kriterien sollten Produkte und Anbieter bewertet werden?

Bewertungskriterien sind Funktionalität (Protokollunterstützung, Skalierbarkeit, Analytics), Zuverlässigkeit und Support (SLA, lokaler Support), Sicherheits- und Compliance‑Level (IEC 62443, DSGVO), Wirtschaftlichkeit (Lizenzmodell, Gesamtkosten, erwarteter ROI) sowie Ökosystem und Partnernetzwerk. Proof of Concept, Referenzen und lokale Integratoren sind bei der Auswahl hilfreich.

Welche Plattformen und Anbieter sind marktgängig für Industrie‑IoT?

Zu den etablierten Plattformen zählen Siemens MindSphere, PTC ThingWorx, Microsoft Azure IoT und AWS IoT. Diese differenzieren sich in Integrationstiefe, Skalierbarkeit und Cloud‑Diensten. Zusätzlich gibt es spezialisierte Anbieter für Predictive Maintenance und Bildverarbeitung sowie zahlreiche Systemintegratoren in Deutschland.

Wie sollte ein Unternehmen die Entscheidung für Pilotprojekte treffen?

Ein Pilot sollte sich an klaren Zielen orientieren (z. B. Reduktion ungeplanter Stillstände), messbare KPIs definieren und an kritischen Maschinen oder Linien durchgeführt werden. Kriterien für die Auswahl sind Datenverfügbarkeit, erwarteter Nutzen, Umsetzbarkeit und Ressourcen. Nach positivem Ergebnis folgt Skalierung und Standardisierung.

Welche wirtschaftlichen Kennzahlen sind wichtig zur Bewertung eines Projekts?

Relevante Kennzahlen sind Return on Investment (ROI), Total Cost of Ownership (TCO), Anlagenverfügbarkeit, Reduktion ungeplanter Stillstände, Energieverbrauch pro Stück und Ausschussraten. Diese Metriken helfen, Nutzen und Wirtschaftlichkeit von Industrie‑4.0‑Vorhaben transparent darzustellen.